Besiuks 2017er Microreviews

Das Ende des Jahres 2017 steht schon vor der Tür und es ist wieder Zeit für einen kleinen Rückblick. Die vergangenen 365 Tage waren gefüllt mit Ümzügen, vieler Arbeit, neuen Projekten und einigen privaten Umstellungen, daher blieb nicht so viel Zeit fürs Spielen. Wie ich es geschafft habe ca. 20 Titel erfolgreich zu beenden, bleibt mir daher ein Rätsel. Da noch weniger Zeit zum Schreiben blieb und ich mich meistens nur über Twitter ausgelassen habe, bekommen die diesjährigen Kandidaten hier ein Bisschen Aufmerksamkeit. Einigen wir uns mal auf … höchstens 250 Wörter. Sollte passen. Los geht’s!

Hydrophobia (2010, Xbox 360)

Ein eher mittelmäßiger 3rd Person Shooter, den ich seit Jahren auf meiner ToDo-Liste hatte. Wir spielen die Mechanikerin der ‚Queen of the world‘, einem luxuriösen Riesenkreuzer, auf dem die Elite der überpopulisierten Erde lebt. Mitglieder der Terrororganisation, die sich selbst die ‚Malthusianer‘ nennen, stürmen das Schiff und schlachten nacheinander Crew und Bewohner ab. Unsere Protagonistin Kate Wilson setzt sich gegen diese zu Wehr und versucht sowohl ihr Team zu retten, als auch von dem Schiff zu entkommen.

Der Grund warum ich dieses Spiel unbedingt abhaken wollte, war die damals zu Release grandiose Wasser-Engine. Sie war nicht nur grafisch, sondern auch physikalisch umwerfend. Das meine ich wörtlich, denn die realistisch berechneten Wellen sind ein Kernelement des Gameplays. Bewegungen, Explosionen oder auch nur das Öffnen einer Tür kann und wird als Waffe benutzt. Die Wellen werfen die Gegner um und ertränken diese auch, wenn keine Luft mehr zum Atmen bleibt. Da das selbe aber auch dem Spieler passieren kann, ist Vorsicht geboten.

Es klingt zwar alles toll, jedoch ist eine solche Engine kein Zugpferd eines ganzen Spiels. Darum ist es sehr schade, dass die Story sehr vorhersehbar war und das Gameplay schnell langweilig wurde. Die Entwickler entschieden sich zudem für britisch-stämmige Charaktere. Seit Tomb Raider (2013) bin ich ein großer Fan von britischen Akzenten, jedoch hat Hydrophobia das fakeste und schrecklichste Schottisch verwendet, das man sich ausmalen kann. Zum Glück gibt es Untertitel.

 

Mass Effect (2009, Xbox 360)

Am liebsten würde ich den ersten Satz des vorangegangenen Reviews zitieren, jedoch fällt es mir sehr schwer dies zu tun. Mass Effect hatte mich schon immer fasziniert. Größtenteils liegt das wohl an dem world building und den einzelnen Charaktergeschichten. Alles andere ist eher so… semi. Eine Panzersteuerung aus der Hölle, unübersichtliches Quest- und Reisesystem und sehr schwache Shooter-Mechanik. Trotzdem hatte ich es dieses Mal durchgezogen und bin auch glücklich drüber. Warum? Der Grund warum ich gerne spiele: Um Geschichten zu erleben!

Ganz besonders interessant waren die Konflikte um Wrex, einen Kroganer der mit den Nachwirkungen eines Genozids an seinem Volk leben muss. Ich bin persönlich kein großer Fan von Rachegeschichten, da ich mit dem Prinzip der Vergeltung keine Genugtuung verbinde. Bei den gegebenen Umständen, war das was ganz anderes. Selten habe ich mit einem Charakter so mitgefiebert und mitgelitten wie mit Wrex. Umso mehr schade, dass der Rest des Spiels dem nicht gerecht werden konnte.

Trotzdem hatte es mich dazu gebracht, dass ich in den zweiten Teil der Serie reingespielt habe und ich vermutlich in 2018 die Reihe abschließen werde. Da kann ich auch über eintöniges Gameplay hinwegsehen.

 

Layers of Fear (2016, Xbox One)

Ui, bei dem Titel dreht sich mein Magen auf links. Nicht weil es ein Horror-Spiel ist, sondern eher, weil es eins sein möchte und dabei einen sehr schlechten Job macht. Genau in diesem Augenblick google ich nach der Story, da von ihr rein gar nichts hängen geblieben ist. Je länger ich darüber nachdenke, desto weniger fällt mir ein. Wow.

Layers of Fear versucht mit unterschiedlichsten visuellen Effekten den Spieler zu verstören und ihm Angst zu machen. Es klappt aber einfach nicht. Es schmeißt uns Bilder an Kopf die weder gruselig, noch interessant sind, verlangsamt den Spielfluss mit sehr langweiligen Rätsel und versucht eine Story zu erzählen, die offensichtlich so austauschbar ist, dass ich mich an keins der Details erinnern kann. Ich denke dazu ist alles gesagt.

 

Overcooked (2016, PlayStation 4)

Mein Geheimtipp dieses Jahres. Overcooked ist simpel: Man nehme bis zu vier Spieler, die in einer begrenzten Zeit so viele angeforderte Gerichte kochen sollen wie möglich. Dabei heißt es Schneiden, Braten, Frittieren, Ausliefern und Abwaschen. Wir rennen wie ein kopfloses Huhn durch das Level, bereiten Essen zu und versuchen dabei den dafür effizientesten Weg zu finden. Im Koop wird’s dann noch schwieriger, denn Manpower in der Küche ist bei Weitem nicht alles.

Organisation der Lebensmittel, effiziente Laufwege, Timing. Ich könnte so viele weitere Faktoren nennen, die beim Spielen von Overcooked gefordert werden und trotzdem macht es immer noch Spaß. Das Gefühl einen Abschnitt mit der höchsten Wertung abzuschließen, ist das beste was man bei einem Koop-Spiel bekommen kann.

 

Yakuza 0 (2017, PlayStation 4)

Yakuza 0 ist das Prequel der hier im Westen wenig bekannten Yakuza-Reihe von SEGA. Auch ich bin erst mit diesem Titel dazu gestoßen und … was soll ich sagen? Ich bin Fan! In Y0 lernen wir den Jungen Kazuma Kiryu kennen, einen Geldeintreiber der Yakuza. Dieser motiviert zu Beginn des Spiels mit seinen Fäusten einen Schuldner dazu, das Schutzgeld rauszurücken. Nachdem er den Eingeschüchterten in einer leeren Parzelle mitten im Tokyo’ner (fiktiven) Stadtteil Kamurocho zurücklässt, wird in den Nachrichten berichtet, dass dieser tot aufgefunden wurde und jetzt nach dem Mörder gefahndet wird. Kiryu muss daraufhin seine Unschuld beweisen.

Parallel dazu versucht Goro Majima – ein anderer Yakuza – in Osaka seine Schulden zu begleichen. Dieser wurde aus seinem Clan ausgestoßen und muss Vertrauen aufbauen, damit er wiederaufgenommen wird. Es bietet sich die Möglichkeit dieses mit einem Auftragsmord zu erledigen und diesen ist er fest entschlossen auszuführen. Wie die Geschichten dieser zwei Personen miteinander verflochten sind, muss dann jeder schon selbst herausfinden. Großartige Unterhaltung auf sowohl Ernster, als auch sehr unterhaltsamer Weise.

Nicht zu vergessen: Yakuza ist ein Prügler und dazu nicht von schlechten Eltern. Ständig werden wir von sogenannten „Lowlifes“, Kleinkriminellen und auch anderen Yakuza herausgefordert, prügeln uns wörtlich durch ganze Gebäude. Neben der Hauptstory helfen wir wildfremden Menschen bei ihren alltäglichen Problemen, oder verdienen Geld mit Jobs oder Mini-Games. Von Miniatur-Autorennfahrer bis zum Manager eines Hostessen-Clubs ist alles dabei. Mein Game of the Year 2017!

 

Yakuza Kiwami (2017, PlayStation 4)

Das Remake des eigentlichen ersten Teils der Yakuza-Serie. Kiryu landet durch ein unvorhergesehenes Ereignis freiwillig im Knast, kehrt dann nach zehn Jahren wieder zurück nach Tokyo. Sein bester Freund Akira Nishikiyama ist nicht mehr derselbe, dem Clan wurden 10 Milliarden ¥ gestohlen und plötzlich taucht ein 9-Jähriges Mädchen auf, welches mit all dem zu tun zu haben scheint. Eine tolle Story die durch das sehr Japanische und dadurch im Westen unzugängliche Setting von den wenigsten gespielt wurde.

Es ist ein solides Spiel, jedoch merkt man an vielen Stellen, dass 1zu1-Remakes von PS2-Titeln heutzutage oft nicht mehr funktionieren. Eine neue Grafik- und Gameplay-Engine macht ein veraltetes Game Design leider nicht immer wett. Dafür haben sich die Entwickler bei SEGA ein neues Feature ausgedacht, genannt Majima-Everywhere. Dieses lässt den schon im Review zu Yakuza 0 erwähnten Goro Majima überall in der Spielwelt erscheinen und den Protagonisten Kiryu herausfordern. Sei es beim Bowling, aus der Kanalisation springend, oder auch als Hostess verkleidet in einem Club. So dumm es klingt, es ist wirklich großartig. Auch hier eine klare Empfehlung!

 

Yakuza 2 (2006, PlayStation 2)

Der technisch älteste Ableger der Reihe, den ich spielen durfte. Trotz des Alters und der Silent Hill angehauchten dynamisch-statischen Kamera, ein sehr solides Spiel. Die Story setzt ein Jahr nach dem ersten Teil an. Kiryu besucht die Gräber der verstorbenen Freunde, nur um nach wenigen Minuten in den nächsten Yakuza-Krieg verwickelt zu werden.

Wir lernen mehr über seine Vergangenheit, erfahren Schicksale, die mit seinem fester verwoben sind, als man zunächst denken könnte und erleben eine Noire-esque Krimigeschichte.

Man merkt jedoch an einigen Stellen, dass die Designer damals noch versucht haben, dem Spieler die Substories aufzuzwingen, obwohl diese schon interessant genug sind. Ein Problem welches auch das Original wohl hatte und mit dem Kiwami Remake aus der Welt geschaffen wurde. Wenn alles gut geht, wird auch Kiwami 2 das ‚bessere‘ Yakuza 2 werden.

 

Yakuza 3 (2010, PlayStation 3)

Wir spielen mal wieder Kiryu, der sich aus der Verbrecherwelt der Yakuza zurückziehen möchte und ein Waisenhaus auf der japanischen Tropeninsel Okinawa eröffnet. Nach einigen Jahren Ruhe steht das Gebiet um Kiryus Grundstück im Licht der Öffentlichkeit, da die Regierung dort den Bau eines Resorts oder einer Militärbasis plant – je nach Ausgang der kommenden Wahlen. Zudem mischen sich auch noch lokale Yakuza-Clans ein, was dazu führt, dass unser Protagonist schnell wieder von der Vergangenheit eingeholt wird.

Dieses Mal nimmt sich das Spiel viel Zeit, bis wir in dem für die Yakuza-Serie bekannten Hau-Drauf-Modus sind. Wir verbringen sehr viel Zeit mit unseren Waisenkindern, lernen sie kennen und dürfen auch ein bisschen was von Okinawa sehen und erkunden. Im Verlauf der Geschichte landen wir aber auch natürlich wieder in Tokyo.

Man spürt deutlich den Sprung zwischen Yakuza 2 und 3. Einige neue Features wie die Revelations und der Chase-Modus wurden hinzugefügt und die Kämpfe fühlen sich wuchtiger an. Es gibt auch ein neues Charakter-Relations-Board, damit wir der komplizierten Story folgen und jederzeit alle Handlungsstränge nachvollziehen können. Habe ich eigentlich schon von den Substories erzählt? Die sind Klasse! Ach… Yakuza 3 ❥

 

Yakuza 4 (2011, PlayStation 3)

Kommt schon, einer geht noch! Yakuza 4 ist leider der letzte Titel dieser Reihe, den ich irgendwie noch ins Jahr 2017 quetschen konnte. Die „4“ im Titel steht aber nicht nur für die Nummerierung in der Serienchronologie, sondern auch für die Anzahl der spielbaren Protagonisten. Daher starten wir dieses Mal nicht mit Kiryu, sondern lernen Shun Akiyama kennen, einen Kredithai aus Kamurocho. Dieser arbeitet eng mit den lokalen Yakuza zusammen, versucht sich aber nicht in die illegalen Machenschaften einzumischen. Durch einen Zwischenfall direkt vor seinem Büro, wird er dennoch in eine Reihe von Situationen verstrickt, die uns wieder in die Yakuza-Spieltypischen Geschichten reinziehen.

Die Story von dem vierten Ableger der Serie ist sehr eng mit dem Original, dem Prequel und Yakuza 3 verwoben, daher macht es definitiv Sinn zumindest den ersten und dritten Teil im Vorfeld zu spielen und Yakuza 4 nicht als Einstieg der Serie zu nutzen. Durch die vier Hauptfiguren ist die Geschichte anfangs sehr zerstreut, was zu Beginn ein bisschen unübersichtlich scheint, je mehr man jedoch spielt, desto häufiger kommen die klassischen „AHA!“-Momente. Immer wieder erinnert man sich an die Geschehnisse der vorhergegangenen Geschichten und setzt das Puzzle Stück für Stück zusammen.

Auch hier brauche ich nicht das Gameplay zu erklären, denn zwischen den einzelnen Titeln tut sich am Gesamtkonzept nicht viel. Kamurocho geht dieses Mal in die Vertikale. Wir können Dächer, Parkhäuser und Kanalisationen betreten, was einerseits viele neue Möglichkeiten eröffnet, gleichzeitig aber wie bereits erwähnt, sehr zerstreut wirkt. Trotz alledem, eine sehr schöne Fortsetzung.

 

Syberia (2017, Nintendo Switch)

„Syberia? Ist das nicht dieses Adventure vom Anfang der 2000er?“ – Ja, das ist es. Wir spielen Kate Walker, eine New Yorker Anwältin, die wegen einer Unternehmenskaufangelegenheit (Deutsche Komposition Ahoy!) in ein kleines, französisches Dörfchen reist. Ihr Auftrag ist es, eine Spielzeugfabrik für einen Kunden zu kaufen, jedoch erfährt sie, dass die Besitzerin kürzlich verstorben ist und es einen möglichen Erben gibt. Da Kate Walker ihren Job verdammt ernst nimmt, tut sie alles um den besagten Erben zu finden.

In bekannten Point’n’Click-Prinzip lösen wir Rätsel, erfragen Informationen und klicken uns so durch die sehr interessante Geschichte. Das besondere an Syberia ist, dass es sich nicht an dem Genreüblichen Humor bedient, sondern auf ernste und eher traurige Momente setzt. Ein Comic Relief gibt’s aber dennoch. Kate Walkers Begleiter Oscar ist ein sogenannter Automat der zwar einen eigenen Willen hat, sich aber trotzdem an viele, einprogrammierte Richtlinien halten muss. Dazu gehören Dinge wie das Ansprechen von Menschen mit ihren vollen Namen, oder das penibelste beachten von bürokratischen Regeln. Momente die auf dieses Verhalten anspielen bringen den nötigen Spannungsabbau ins Spiel.

Der Nintendo Switch Port hat leider teilweise Probleme, die vermutlich auf nichtausreichende Tests fürs Originalrelease zurückzuführen sind, daher passiert es schon hier und da, dass wir wegen einem temporären Story Breaking Bug hängenbleiben und den nur durchs erneute „Kombinieren nach Anleitung“ das Spiel wieder in seine Schienen lenken. Wenn man jedoch davon absehen kann, ist man mit Syberia für einige Stunden sehr gut bedient.

 

Metroid Prime (2003, Nintendo GameCube)

In Vorbereitung auf Metroid Prime 4 habe ich mir vorgenommen, die von mir noch nicht gespielten Vorgänger nachzuholen. Zwar müsste ich dafür nur in Teil 2 und 3 reinschauen, jedoch entschied ich mich vollständigkeitshalber auch den ersten Teil der Serie zum vierten Mal durchzuspielen. Was Retro Studios dort geleistet hat, ist nach wie vor phänomenal. Der Sprung von 2D zu 3D und von Action Adventure zu First Person Shooter wurde grandios gelöst, die Steuerung fühlt sich perfekt an und der Geist der Serie blieb unangetastet.

Um die Ahnungslosen abzuholen: Wir spielen Samus Aran, eine Weltraum-Kopfgeldjägerin, die den Notruf einer Forschungsstation empfängt und dort aushelfen möchte. Nach der Ankunft geht alles ganz schnell zu Bruch, die Station wird zerstört und Samus bemerkt, dass das alles durch den Mörder ihrer Familie verursacht wurde. Sie folgt ihm auf den Planeten Talon IV und kämpft sich dort durch die Flora und Fauna, um die Geheimnisse eines riesigen Kraters zu lüften. Klingt kompliziert, ist aber sehr simpel und spielt sich unheimlich gut. Ob mit dem GameCube-Gamepad, oder mit der WiiMote im Metroid Trilogy Remake – beide Steuerungsoptionen funktionieren genauso wie sie sollten.

Dazu der atmosphärische Soundtrack, der die sehr stimmungsvollen Kulissen des Planeten unterstreicht. Kaum ein Spiel schafft es fremde Welten so glaubhaft darzustellen – dieses überbietet dazu jegliche erwartungen.

 

Metroid: Samus Returns (2017, Nintendo 3DS)

Jetzt wird’s interessant. Metroid: Samus Returns ist das Remake des GameBoy-Klassikers Metroid II: Return of Samus von 1991. Diese Geschichte wird komplett durch Subtext erzählt und kommt (bis auf das Intro) komplett ohne Dialoge aus. Prinzipiell ist die Story sehr einfach erklärt: Samus soll die Rasse der Metroids auf dem Planeten SR388 auslöschen, da diese eine Gefahr für das Universum sind. Ein Genozid also.

Ein recht lineares, aber dennoch sehr gutes Spiel. Mehr könnt ihr in meinem Review auf Gamer’s Potion lesen!

 

Super Metroid (1994, Super Nintendo Entertainment System)

Super Metroid ist bekanntlich der direkte Nachfolger des zweiten Ablegers der Serie. Nahtlos geht die Story weiter führt uns auf den Planeten Zebes, wo auch schon das Original-Metroid stattfand. Da ich erst mit Metroid Fusion und Zero Mission auf dem GameBoy Advance in die Serie eingestiegen bin, war Super immer irgendwie unzugänglich. Die Steuerung auf dem Super Nintendo ging nicht so gut von der Hand wie auf dem GBA und auch der düstere Stil hatte mich abgeschreckt. Als ich mir dieses Jahr einen New 2DS XL zulegte, habe ich mich überwunden und den Klassiger dort endlich durchgespielt. Hätte ich das bloß schon vor 15 Jahren getan.

Obwohl Super echt steinalt ist und Samus sich eher wie ein Panzer anfühlt ist auch dieses Spiel großartig. Wie auch bei Samus Returns wird alles durch den Subtext erzählt, der Fortschritt fühlt sich natürlich an und die Anzugs-Upgrades kommen immer wieder im perfekten Augenblick um das Gameplay zu erfrischen. Zudem wird die düstere Atmosphäre von einem noch düsteren Soundtrack untermalt, sodass das Maximale aus der Stimmung rausgeholt wird. Nicht umsonst wird Super als ein Meisterwerk angesehen.

 

Metroid Other M (2010, Nintendo Wii)

Auch bei Other M entschied sich das dahinterstehende Team die Geschichte ohne großen zeitlichen Abstand fortzuführen. Dieses Mal aber, war Team Ninja (bekannt für u.A. Ninja Gaiden) hauptsächlich für die Entwicklung verantwortlich. Sie wollten den Geist der 2D-Spiele mit einem 3D Action Adventure vereinen, was auch recht gut geklappt hatte. Leider entschied man sich aber für die WiiMote als einziges Eingabegerät, was durch die überladene Steuerung ein wenig nach Hinten losging.

Neben der Perspektivenänderung wurde ein anderes, sehr entscheidendes Detail der Serie geändert: Man gab Samus Charakter. Aus einer (fast) stummen Figur, schrieb man eine überemotionale, unterwürfige Protagonistin. Als Anlass dafür, nahm man die Ereignisse zum Ende des Vorgängers und verpasste Samus ein Posttraumatisches Stresssyndrom. Auf dem Papier gar nicht so abwegig, wenn man bedenkt was die Heldin bisher erlebt hatte. Problematisch wird’s, wenn die Geschichte in hochwertig produzierten Zwischensequenzen erzählt wird und der Director ein Game Designer ist, der noch nie in seinem Leben einen Dialog geschrieben hatte. Alles ist sehr… starr geworden. Dazu kommen zwar übersetzte, aber nicht lokalisierte Gespräche die sich einfach falsch anfühlen.

Other M hat auch seine Momente, die aber von den vielen negativen Aspekten überschattet werden. Schade eigentlich, denn oft kann man hinter der hässlichen Hülle sehr gute Ideen erkennen, die einfach nicht vernünftig umgesetzt wurden.

 

The Legend of Zelda: Breath of the Wild (2017, Nintendo Switch)

Für viele das Spiel des Jahres, für mich eher ein großes Fragezeichen. Breath of the Wild ist ein perfektes Beispiel von „Neuerfindung gone wrong“. Viele Franchises versuchen es immer wieder: „Bringen wir ein brandneues Konzept ans Tageslicht, es soll aber irgendwie mit den Werten der Serie vereinbar sein.“ Metroid schaffte es mit Prime, Castlevania mit Symphony of the Night und auch Fallout mit Fallout 3. Sogar Zelda selbst, schaffte es mit dem Sprung von A Link to the Past zu Ocarina of Time.

Wieso nicht auch dieses Mal? Die genannten Beispiele sind Sprünge die Hand in Hand mit der Zeit gingen. Nicht in Bezug auf Trends, sondern auf Technik. Breath of the Wild macht den Fehler sich an den Open World Trend zu haften, was einerseits das Spielprinzip interessanter macht, an vielen Stellen aber Abstriche machen muss. Schade nur, dass genau diese Punkte essenziel für das Franchise waren. Mehr dazu in meinem Review.

 

Pokémon Mond (2017, Nintendo 3DS)

Mein erstes Pokémon seit der zweiten Generation. Ich war die Zielgruppe, ich habe es gekauft und ich hatte sehr viel Spaß damit. Es hat einige Schwächen, macht mit viel Nostalgie einiges wieder wett. Auch hier am besten direkt zum kompletten Review springen!

 

Schiffbruch (2016, Android)

Kennt ihr noch Schiffbruch? Dieses kleine Shareware-Spiel von den Computer Bild Spiele CDs? Nicht? Kein Problem! Im Play Store gibt es meinen kleinen Liebling für kleines Geld zu haben.

Schiffbruch ist – wie der Name schon sagt – ein Survival Game auf einer einsamen Insel. Wir wachen auf, müssen überleben und eine Bleibe bauen. Sobald wir unsere Existenz gesichert haben, versuchen wir wieder von der Insel runterzukommen. Klingt vertraut? Klar! Jedoch war dieses Konzept im Jahr 2000 noch sehr frisch. Wer also die jungfräulichen Anfänge dieses Genres erleben möchte, geht in den Store, kauft sich das Baby und beschwert sich anschließend bei mir für das weggeschmissene Geld. Vielleicht könnt ihr es aber auch in euer Herz schließen, wie ich.

 

Replica (2016, Android)
Normal Lost Phone (2017, Android)
Another Lost Phone (2017, Android)
Sara is Missing (2016, Android)

Drei von diesen Spielen haben schon zu Beginn des Jahres ein Kurzreview bekommen, das vierte im Bunde ist im Endeffekt nichts anderes, daher verlinke ich es einfach mal. Alles auf jeden Fall sehr empfehlenswert!

Da hat sich einiges angesammelt. Mal sehen ob sich diese Anzahl an (guten) Spielen im Jahr 2018 toppen lässt. Metroid Prime 4, Yakuza 6, Dynasty Warriors 9 … Es kommen einige spannende Titel! Ich bin gespannt.

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